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Petunia geht ins Ballett

by Christine Lehmann

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Petunia geht ins Ballett
Eine etwas andere Ballettgeschichte
Für alle kleinen und grossen Tanzfans

Ein Buch zum Vorlesen, Anschauen und Selber-Lesen
"Dance for yourself. If someone else understands, good. If not, no matter. Go right on doing what interests you, and do it until it stops interesting you."
Louis Horst
"Tanze für dich selbst. Wenn dich jemand versteht, gut, wenn nicht, auch gut. Verfolge weiter, was dich interessiert, bis es dich nicht mehr interessiert."
Louis Horst, frei übersetzt von Christine Lehmann
Januar 2022
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1: Wie Petunia zu Ballettunterricht kommt

Kapitel 2: Ballettvorbereitungen

Kapitel 3: Es wird langsam ernst

Kapitel 4: Das Vortanzen

Kapitel 5: Warten auf die erste Ballettstunde

Kapitel 6: Die erste Ballettstunde

Kapitel 7: Ballettalltag

Kapitel 8: Spitzenschuhe

Kapitel 9: Madame Petrowskys Geschichte

Kapitel 10: Ein Schafmädchen an und auf der Spitze

Ballettvokabular

Sonstiges
Kapitel 1: Wie Petunia zu Ballettunterricht kommt
Petunia geht ins Ballett. Das ist doch nichts Besonderes, sagt ihr, viele Kinder nehmen Ballettunterricht. Natürlich habt ihr recht, aber es ist trotzdem keine alltägliche Ballettgeschichte. Petunia ist nämlich ein Schaf oder besser gesagt, noch ein Lamm.
Petunia hat einmal einen Film über die berühmte Balletttänzerin Margot Fonteyn gesehen. Das ist eine Ballerina, die lange vor euerer Zeit gelebt hat, aber Petunia liebt Geschichten von früher. Seit diesem Film weiss Petunia, dass sie unbedingt auch Ballett tanzen lernen will.
Schnell geht sie zu ihrer Mama und ihrem Papa und verkündet, dass sie zum Ballett will. Papa lacht, bis er sich fast krümmt, aber die Mama sieht, dass Petunia es ernst meint. "Lämmlein, bist du dir wirklich sicher, dass es ausgerechnet Ballett sein soll? Schafe tun sich eher schwer mit Ballett und das gab es noch nie in unserer Familie." "Ich will Ballett tanzen", betont Petunia. Petunias Mama weiss, dass Ballett ein sehr schwieriger Tanz ist und selbst wenn man viel übt, kann man nicht unbedingt gut darin werden. Und Petunia ist ein Schaf. Das ist nun einmal eine Tatsache... Noch einmal versucht die Mama, Petunia von den "Ballettflausen" loszureissen. "Willst du nicht lieber Stepptanzunterricht nehmen, Petunia?", fragt sie deswegen und fügt hinzu: "Wir haben doch einmal zusammen einen Film von Fred Schafstaire geschaut." Petunia liebt es nämlich, Filme zu schauen, müsst ihr wissen und sie kennt deswegen schon ganz viele Tanztechniken und Choreografinnen und Choreografen. "Nein, ich will Ballett tanzen", antwortet Petunia und stampft dabei energisch mit ihren Füssen. "Nun gut", seufzt Petunias Mama, "so werden wir dich halt im Ballett anmelden und Papa bringen wir das Ganze auch noch bei."

An diesem Abend schläft Petunia besonders gut ein und natürlich träumt sie von - ratet mal was - genau, vom Ballett!
Kapitel 2: Ballettvorbereitungen
Als Petunia am nächsten Morgen aufwacht, ist es noch dunkel. Alles schläft. Selbst Sibelius, der Nachbarshahn hat noch nicht gekräht. Petunia wirbelt in ihrem Zimmer herum und versucht Pirouetten zu tanzen. Dabei rumpelt es ganz schön laut, weil sie ihre Energie nicht ganz im Griff hat. "Merci, merci beaucoup", sagt sie andauernd und verneigt sich geziert vor ihrem Spiegel. Petunia weiss ja, dass Ballett aus Frankreich kommt und da ihr Urgrossvater ebenfalls Franzose ist, spricht sie ein paar Brocken dieser schönen Sprache. "Merci, merci beau-" will sie gerade nochmals singen, als ihre Mama schlaftrunken ins Zimmer getorkelt kommt. "Petunia! Es ist fünf Uhr morgens und Sonntag! Bitte geh nochmals ins Bett und leg dich schlafen!" Petunia denkt gar nicht daran! Schlafen ist doch nichts für angehende Primaballerinen. Stattdessen malt sie ein Bild mit Tänzerinnen. In der Mitte tanzt ein Schaf in einem pinken Tutu. Das ist natürlich Petunia. Wer denn sonst.

Nach dem Frühstück nimmt sich die Mama endlich Zeit für Petunia. Gemeinsam recherchieren sie, was es für Ballettschulen gibt und was für die erste Tanzstunde benötigt wird. "Schau mal Petunia, diese Schule macht mir einen guten Eindruck", sagt die Mama und beginnt vorzulesen: "Tanzschule Sonnenschein - bewegst du dich gerne zur Musik? Wir bieten verschiedene Hobby-Tanzkurse an. Bei und macht auch Ballett Spass!" "Ist das dein Ernst?", schreit Petunia entsetzt. "Hobby-Tanzkurs", schnaubt sie empört. Petunia will doch das "richtige" Ballett lernen. Will man später einmal als Primaballerina über die Bühne fliegen und für seine Fouettés berühmt werden, kann man doch keinen Hobbykurs besuchten! Das ist doch glasklar! Nun nimmt Petunia die Schulwahl selbst in die Hand. Ungeduldig reisst sie der Mama die Maus aus der Hand und recherchiert selbst nach einer geeigneten Ballettschule. Die Mama schüttelt zwar den Kopf, lässt Petunia aber gewähren. Das habe ich euch noch gar nicht erzählt - Petunia ist nämlich ein für sein Alter sehr aufgewecktes Schafmädchen. Sie ist sieben Jahre alt und besucht bereits die zweite Klasse. Lesen kann sie schon sehr gut. "Akademie für Bühnentanz" - das klingt doch schon viel professioneller, findet Petunia und die Mama gibt nach. Petunia möchte sofort diese Madame Petrowsky, die Leiterin der Schule, anrufen, aber das geht natürlich nicht. Schliesslich ist heute Sonntag.
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